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Michael Vogt: Beziehungskrise Ruhestand (Freiburg:)
Lambertus 2004, 371 Seiten, ISBN 3-7841-1549-7, € 19,50
Zum Thema des Buches
Jede dritte Ehe wird geschieden, jede zweite in der Großstadt.
Bisher galten die älteren Ehepaare immer noch als ein Hort
der Stabilität. Aber in den letzten Jahren haben auch Ehescheidungen
in hohem Alter rasant zugenommen. In der katholischen Ehe- und Paarberatung
des Bistums Essen wurde jetzt eine Studie über die Wirkung
von Paarberatung im Alter durchgeführt, deren Ergebnisse in
diesem Buch zusammen gefastt werden.
Über den Autor
Michael Vogt, geb. 1959, ist Diplom-Pädagoge und Diplom-Sozialarbeiter,
Kinder- und Jugendpsychotherapeut sowie Ehe-, Familien- und Lebensberater.
Er ist fachlicher Leiter von 17 Beratungsstellen im Bistum Essen
und Autor zahlreicher Publikationen.
Aufbau und Inhalte
Das Buch führt sehr ausführlich und auch theoretisch in
die Thematik ein. Zu Beginn gibt einen Überblick über
die historische Entwicklung des Begriffes "Altern" sowie
der Themen "Ehe" bzw. "Partnerschaft" (incl.
"Treue" und "Scheidung"). Sehr ausführliche
werden die Auswirkungen der jeweiligen Konventionen und des Zeitgeistes
der Gesellschaft dargestellt.
Dann folgt eine Beschreibung der Beratungssituation für Familien
und Paare (auch unter Berücksichtigung der Angebote für
ältere Menschen) in Deustchland, allerdings begrenzt auf institutionelle
Beratungsstellen. Die enorme Bedeutung von Beratungsstellen für
die psychosoziale Versorgung der Bevölkerung wird deutlich,
ebenso der stark zunehmende Beratungsbedarf (bzw. die zunehmende
Inanspruchnahme von Beratungsangeboten).
Den letzten Teil des Buches nimmt eine ausführliche Untersuchung
zum Erfolg von Paarberatung bei Partnern über 55 ein. Es handelt
sich um eine reine Effektstudie (Prä-Post-Follo-Up Vergleiche).
Es zeigen sich in fast allen relevanten Bereichen sehr starke positive
Effekte durch die Beratung, sowohl was die Beziehungsqualität
als auch die Auswirkungen auf die einzelnen Partner angeht (sogar
bis in den Bereich der Linderung depressiver Symptome). Die Wirkung
bei den älteren Paaren war deutlich größer als in
einer Vergleichsuntersuchung mit jüngeren Paaren.
Einschätzung des Buches
Das Buch ist weitgehend in der Art einer wissenschaftlichen Abhandlung
geschrieben und dürfte sich damit in erster Linie an ein Fachpublikum
richten. Für dieses bietet es eine Fülle von Daten, Fakten
und hochinteressanten Ergebnissen. Die Herkunft des Buches aus der
katholischen Beratungsarbeit macht in an keiner Stelle besonders
bemerkbar; die Resultate dürften verallgemeinerbar sein.
Vom Stil ist es gut lesbar und klar strukturiert.
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